Aktuelles

- Nächstes Bürgerforum für eine Lokale Agenda 21 in Biesenthal Dienstag, dem 7.12., 20.00 im Kalaja. Alle an Bürgerbeteiligung und nachhaltiger Entwicklung Interessierten sind herzlich willkommen!

- Samstag, den 27.11., Adventsmarkt, im Rathaus in der "schwarzen Küche", Verkauf von fair gehandelten Produkten, bei Gewürztee und Weihnachtsplätzchen.


So. 14.11.10 im Rahmen des Filmfestivals überMut

„Rainbow warriors “, Suzanne Raes, Niederlande 2009, 89 Min., OmU

Die »Rainbow Warrior« setzt 1978 Kurs auf Island. Es ist die erste von vielen Missionen, auf denen die junge Crew ihr Leben riskieren wird. Bis Mitte der Achtzigerjahre ist das legendäre Schiff von Greenpeace im Einsatz. Die Mannschaft durchkreuzt die Schussbahn von Walfängern, legt sich mit Atommüll-Frachtern an und demonstriert am Mururoa-Atoll gegen Nukleartests. Für ihre Verwegenheit werden die Aktivisten gefeiert wir Rockstars. Und heute? In der Dokumentation blicken die Öko-Idole zurück, stolz und selbstkritisch. Das tragische Ende der »Rainbow Warrior« lässt sie noch immer nicht los.

Veranstalter: Kulturbahnhof Biesenthal in Kooperation mit Lokaler Agenda 21. Im Anschluß an den Film gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit einem Vertreter von Greanpeace Berlin.
(mehr Infos zum Festival unter www.kulturbahnhof-biesenthal.de)


Pflanzaktion

Bewohner der Stadt Biesenthal und Durchreisende rieben sich in diesem Frühjahr erstaunt die Augen. Nachdem sich der ungewöhnlich lange und graue Winter endlich zurück gezogen hatte, tauchten auf dem frisch ergrünten Randstreifen der fast 3 km langen Biesenthaler Bahnhofstraße nacheinander tausende bunte Krokusse, Narzissen und Tulpen auf. Die gesamte nördliche Seite war in bunten Farben erblüht. Das Ganze war das Ergebnis einer äußerst erfolgreichen Bürgerpflanzaktion, zu der die Lokalen Agenda 21 im Herbst zuvor aufgerufen hatte. Über 50 Anwohner/innen von jung bis alt hatten sich mit viel Elan und Freude daran beteiligt. Die Kosten für die Zwiebeln hatte die Stadt Biesenthal übernommen.

Fleißige Helfer/innen bei der Pflanzaktion im letzten Herbst

Angespornt durch den großen Zuspruch und dem sichtbaren Erfolg dieser Aktion soll es in diesem Jahr noch einmal weiter gehen. Die Lokale Agenda 21 sowie der Bürgermeister der Stadt Biesenthal rufen dazu auf, sich am kommenden Sonnabend, den 02.10.10 wieder beim Stecken von vielen weiteren Blumenzwiebeln zu beteiligen. So soll dann im kommenden Frühjahr auch die südliche Seite der Straße farbenfroh erblühen. Treffpunkt ist am Bahnhof Biesenthal um 10 Uhr. Es werden zahlreiche fleißigen Helferinnen und Helfer gebraucht und gebeten, Spaten und Pflanzstöcke mitzubringen. Auch Kuchenspenden sind gerne gesehen, die dann nach getaner Arbeit gemeinsam bei einer Tasse Kaffee im Kulturbahnhof verspeist werden sollen. Unterstützt wird die Aktion von der Stadt Biesenthal, den Kitas und der Schule, dem Verein Kultur im Bahnhof e.V. und der Gärtnerei Schmidt. Biesenthal, 28. September 2010


Laufzeitverlängerung für AKW
– und wohin mit dem Atommüll?

Ein Blick auf die Erfahrungen mit dem „Versuchs-Endlager“ ASSE II

Während derzeit die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke beschossen wird, scheint ein Problem völlig aus den Blickwinkeln geraten zu sein. Wohin soll denn der für viele tausende Jahre strahlende hoch radioaktive Müll - ein Berg, der mit jedem zusätzlichen Tag, den die Kraftwerke länger laufen anwächst ?

Die Lokale Agenda 21 Biesenthal will sich beim ihrem nächsten Bürgerforum mit diesem Thema befassen. Gemeinsam mit dem Projektehof Wukania lädt sie zu einer Informationsveranstaltung am Dienstag, den 05.10.2010 um 19:30 Uhr in den Kulturbahnhof Biesenthal ein.

Weltweit gibt es bislang noch kein einziges Endlager für den in AKW anfallenden hoch radioaktiven Müll. Die deutschen Kraftwerk setzen darauf, dass der hier entstehende Müll eines Tages in das Salzbergwerk in Gorleben versenkt werden kann. Aber wie sicher ist dieses geplante Lager?

Bei dieser Frage lohnt ein Blick auf bisher gemachte Erfahrungen mit Lagerung von Atommüll im Salzbergwerk ASSE II bei Salzgitter. Hier wurde von 1967 bis 1978 große Mengen schwach- und mittelradioaktiver Müll eingelagert. Die Einlagerung wurde stets als „absolut sicher“ bezeichnet, obwohl in benachbarte Bergwerke (AsseI und III) schon Jahrzehnte vorher Wasser eingedrungen war. Seit 1988 registriert der private Betreiber GSF einen permanenten Laugenzufluss, dessen Herkunft bis heute ungeklärt ist. Er kann deshalb die Standsicherheit nur noch bis zum Jahr 2014 garantieren. Stürzen einzelne Kammern oder das gesamte Bergwerk ein, kann das radioaktive Inventar der Fässer (u.a. 12,5 kg Plutonium) innerhalb kürzester Zeit in das Grundwasser gelangen.

Als Experte berichtet Udo Dettmann vom Koordinierungskreis Asse II an diesem Abend von der Geschichte des Versuchsendlagers Asse II und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für Gorleben.

für Nachfragen: J. Löwenstein Tel 03337/ 490 618


Bürgerforum vom 7. September 2010:
Umweltengagement in der DDR – ein gefährliches Unterfangen.
Bericht eines  Biesenthalers, der für sein Engagement in Haft geriet

Mitte der 80er Jahre gab es in Biesenthal reichlich Probleme mit dem Umweltschutz. Gegen Forstschädlinge wurden in direkter Wohnnähe Insektengifte versprüht, aus den Schornsteinen der VEB Möbelfolie stiegen giftige Gase, die die Aberkennung des Status als Luftkurort zur Folge hatten, u.v.a. Der Biesenthaler Udo Zeitz wollte all dies nicht mehr mit ansehen und tat sich mit anderen zusammen, um die Gruppe „progress“ zu gründen, die (so die Satzung der Gruppe) „die Lebensqualität der Bürger ständig verbessern, dem Umweltschutz mehr zur Geltung verhelfen“ sollte. Die Staatssicherheit hatte jedoch für solche Aktivitäten wenig Verständnis und ließ den Handwerksmeister im April 1985 kurzerhand verhaften.Inzwischen sind dreißig Jahre vergangen. Viele der Probleme sind zum Glück längst Vergangenheit, neue, globalere Themen rücken in den Vordergrund. Dennoch bleibt dieses mutige Engagement ein wichtiger Teil der Geschichte Biesenthals – von dem jedoch kaum jemand, besonders von den jüngeren Bewohnern, schon einmal gehört hat.

Im Rahmen des Bürgerforums der Lokalen Agenda 21 Biesenthal berichtete Udo Zeitz von seiner Geschichte, und damit auch einem Stück DDR-Geschichte.

Josephine Löwenstein, Lokale Agenda 21 Biesenthal e.V.


Artikel aus dem Spiegel
vom 27.05.1985 als PDF